Szientismus, Wokeness, Wohlfahrtsstaat: Michael Esfeld liefert das philosophische Gegenprogramm zur EntmündigungWarum haben sich liberale Rechtsstaaten, die nach 1989 gesichert schienen, so schnell in entmündigende Ausnahmezustände verwandeln können? Michael Esfeld, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne, sucht die gemeinsame Quelle hinter Corona-Regimen, Klimapolitik und Wokeness und findet sie im Bündnis aus politischem Szientismus, intellektueller Postmoderne und Postmarxismus. Während der Szientismus die Naturwissenschaft zur normativen Autorität überhöht, setzen Postmoderne und Postmarxismus die politische Agenda eine Allianz ohne identifizierbare Führer, aber mit klarer Richtung: unbegrenzte Regulierung bis in die Privatsphäre.
Die Grundthese: Die industrielle Revolution war ein einmaliges Ereignis, möglich nur durch zwei Errungenschaften der abendländischen Zivilisation freie, auf Objektivität ausgerichtete Wissenschaft und eine Rechtsordnung, die Eigentumsrechte sichert. Esfeld zeigt, wie die offene Gesellschaft nie wirklich gefestigt war: Sie hielt nur, solange das antikommunistische Narrativ zwischen 1945 und 1989 sie trug. Mit dem Mauerfall entstand eine Lücke, in die seither neue kollektivistische Narrative vorstoßen.
Im konstruktiven Hauptteil entwickelt Esfeld Freiheit als Vernunftgebrauch und leitet daraus das Naturrecht ab: das Eigentumsrecht am eigenen Körper als primäres Abwehrrecht. Besonders instruktiv ist seine Analyse des Hobbes-Dilemmas der Liberalismus scheiterte, weil er versuchte, den Leviathan zu zähmen, statt Rechtsordnung von Rechtsstaat zu trennen. Ökonomisch wird Esfeld konkret beim Fiat-Geld seit Nixons Goldausstieg 1971, das dem Wohlfahrtsstaat ermöglichte, sich Zeit zu kaufen. Das Buch liefert das Rüstzeug für eine neue Aufklärung mit Selbstbestimmung statt Bevormundung als Fundament.
Bibliographische Angaben:
| Erscheinungstermin: | 05.07.2026 |
| Seitenzahl: | 200 |
| Einband: | Hardcover |
| Verlag: | Achgut Edition |
| ISBN: | 978-3-911941-08-2 |
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