Erich Loest

Lieber hundertmal irren

Buch
Artikelnummer: 92105
ISBN / EAN: 9783869306650
Titel fehlt kurzfristig.
Das Kriegsende kam in Mitweidorf ganz anders als gedacht: Statt zitternden Einwohnern und Siegern, die jeden Winkel durchkämmen, herrschte rege Geschäftigkeit. Beim Wiederaufbau bleibt keine Zeit, Verluste zu betrauern oder die eigene KZ-Haft zu verdauen - auch für Zweifel nicht.
128 S., geb.
Kriegsende, das hatte Vogelsberg sich anders vorgestellt. Er hatte gemeint, die Bewohner würden zitternd in den Kellern hocken, die Sieger jeden Winkel durchkämmen, Scharfschützengeplänkel, verrückte Hitlerjungen mit Panzerfäusten. Stattdessen wirbelnde Geschäftigkeit. Muss auch sein, hat ja jeder was zu verbergen in Mittweidorf, vor sich und vor den anderen.Hier trennt eine Frau noch rasch das Abzeichen vom SA-Hemd, dort versteckt schon ein Arbeiter sein Werkzeug vor der Demontage, und sein eigener Sohn muss schnell die HJ-Karriere vergessen.Nur Vogelsberg ist treu geblieben - sich und Stalin. Seiner Frau weniger, aber das interessiert nun niemanden mehr. Er, seine Freunde und Genossen sind gefragt beim Wiederaufbau in der sowjetischen Besatzungszone. Da bleibt keine Zeit Verluste zu betrauern, die eigene KZ-Haft zu verdauen, und auch für Zweifel nicht. Die sich doch bei jedem regen, den die Partei zum Bauernopfer macht.
Es liegen keine Bewertungen zu diesem Artikel vor.