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Ulrich Fröschle

Friedrich Georg Jünger und der "radikale Geist"

Buch
Artikelnummer: 90425
ISBN / EAN: 9783939888161

Eine Fallstudie zum literarischen Radikalismus der Zwischenkriegszeit

Titel fehlt kurzfristig.
Eine Fallstudie zum literarischen Radikalismus der Zwischenkriegszeit

Friedrich Georg Jünger - der "kleine" Jünger - versuchte sich nach dem Ersten Weltkrieg und im Kielwasser seines Bruders als nationalistischer Publizist. Er war für einige Jahre eine der Stimmen der "Frontgeneration", deren Ziel es war, die Revision des Versailler Vertrags zu betreiben. Jünger war in einer "geistigen Mobilmachung" tätig, bevor er dann um das Jahr 1933 einen höheren Standpunkt zu erreichen versuchte und "ästhetisch emigrierte".

Der Germanist Ulrich Fröschle zeichnet ein dynamisches Leben von der Kindheit über die Fronterfahrung bis zur Verarbeitung des Erlebten und weiter zur Inneren Emigration nach. Der Ansatz ist umfassend: Die Genese des "radikalen Geists" wird bis in ihre Verästelungen nachgezeichnet, es entsteht ein schlüssiges "So war es also". Natürlich ist F.G. Jüngers Biographie von der seines berühmten Bruders Ernst nicht zu trennen, und so erfährt der Leser bis ins Detail, wie man als nationalistischer Dandy und publizistischer Nationalist in Berlin und anderswo seinen Weg machte, Aussichtsloses versuchte, in Intrigen und Fehden verstrickt wurde und zwischen monarchistischer und nationalsozialistischer Parteiung so recht ohne Ort war.

Nicht billig, aber sehr empfehlenswert!

658 S., Abb., Pb.

Der Kulturphilosoph, Lyriker und Erzähler Friedrich Georg Jünger (1898-1977) - während des ›Dritten Reichs‹ ein literarischer ›Geheimtip‹ der ›Inneren Emigration‹, in der Nachkriegszeit vielbeachtet und -geehrt - ist ein zentraler Vertreter jener konservativen Intelligenz, die für eine ›Intellectual history‹ insbesondere Westdeutschlands lange ausgeblendet blieb. Die Fallstudie rekonstruiert am Beispiel Jüngers aus kaum bekannten Texten und Archivmaterialien die kulturellen Entstehungsbedingungen eines literarisch-politischen Radikalismus, wie er für die Zwischenkriegszeit typisch war. Sie zeigt, wie im ›kulturellen Laboratorium‹ der ›Weimarer Republik‹ tradierte Dispositionen, Denkfiguren und Rollenmodelle mit medial vermittelten Erfahrungen einer konkreten politischen Lage verschmolzen und in das Konzept einer ›ars militans‹ umgesetzt wurden. Dabei gerät nicht nur die Verflechtung jener radikalen Milieus, die gern vereinfachend auf konträre politische ›Lager‹ reduziert werden, in den Blick, sondern auch Jüngers konservative Wendung gegen die Nationalsozialisten um 1934, die sich aus den Konstellationen und Diskursen der späten ›Weimarer Republik‹ erhellen läßt.
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